| Summary: | Die akademische Lehre von mittelalterlicher Literatur, Philosophie und Kunst etc. ist nicht unangefochten und muss sich erheblich darum bemühen, eigene Legitimationsstrategien zu entwickeln. Dieser Aufsatz reflektiert zunächst über die gegenwärtige schwierige Situation an der Universität und dann im Gegensatz dazu in der Öffentlichkeit, wo ja das Mittelalter geradezu boomt. Darauf verfolge ich pädagogische Perspektiven, die sehr praktisch gestaltet gerade auf der Grundstufe des Studiums neue Interessen und Motivationen zu wecken versprechen. Mittelalterliche Literatur an sich stellt ja gar nicht das entscheidende Problem dar, sondern Literatur schlechthin, also die Gefährdung der Geisteswissenschaften im Sog der Manie, den MINT-Fächern ausschließlichen Vorrang einzuräumen. Je grundsätzlicher wir also ansetzen, um kritische Fragen anzugehen, desto weniger erweist sich dann das Mittelalter als eine wirkliche Barriere, ganz im Gegenteil. Je eher wir bereit sind, bei der akademischen Ausbildung einen Schritt in die Vergangenheit zurückzugehen, desto mehr vermögen wir, idealistisch formuliert, unseren Student*innen den Weg in die Zukunft zu weisen.
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