| Summary: | In diesem Beitrag wird der Einsatz eines digitalen Laborjournals als exemplarischer Ansatz zur Einbindung digitaler Werkzeuge in die universitäre Lehramtsausbildung im Rahmen eines Laborpraktikums untersucht. Im Fokus der Studie steht die Förderung digitalisierungsbezogener und fachspezifischer Kompetenzen im Bereich der Versuchsdokumentation im Fach Chemie. In beiden Kompetenzbereichen weisen Chemie-Lehramtsstudierende nachweislich Defizite auf. Digitale Laborjournale bieten gegenüber der papierbasierten Dokumentation zahlreiche Vorteile, mit denen den Schwierigkeiten beim Protokollieren begegnet werden kann. In einer Studie im Mixed-Methods-Design mit 48 Studierenden und sechs Lehrenden wurde der Einsatz des Tools eLabFTW zur digitalen Dokumentation von klassischen Schulversuchen evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das digitale Laborjournal die Strukturierung der Protokolle unterstützt und eine kollaborative Arbeitsweise erleichtert, jedoch auch technische Hürden die Nutzung begrenzen. Dennoch führte der Einsatz des digitalen Laborjournals bei den Studierenden zu signifikant positiven Veränderungen in der Selbstwirksamkeitserwartung im Umgang mit digitalen Medien. Interviews mit den Studierenden und Dozierenden bestätigen die Nützlichkeit des digitalen Laborjournals zur Unterstützung der Dokumentationsfähigkeit der Studierenden, hoben aber auch Optimierungsbedarf in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit des Tools hervor und machten deutlich, dass didaktische und methodische Anpassungen in der klassischen Praktikumsgestaltung notwendig sind, um das Potenzial des digitalen Laborjournals voll auszuschöpfen.
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